Trockeneisstrahlen

Infos zum Trockeneisstrahlen

Trockeneisstrahlen erfreut sich aufgrund der vielen Vorteile einer immer größeren Beliebtheit. Im Gegensatz zu allen anderen Strahlverfahren löst sich das Strahlgut rückstandsfrei quasi in Luft auf. Deshalb eignet sich das Verfahren für die verschiedensten Einsatzgebiete.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Untergründe beim Trockeneisstrahlen geschont und nicht derart wie beim Sand- oder Schlackestrahlen abgeschliffen und angeraut werden.

Trockeneis ist ungiftig, nicht brennbar, leitet elektrisch nicht und das entstehende Kohlensäuregas ist chemisch fast passiv. Trockeneis verflüssigt (sublimiert) sich bei Umgebungsdruck vom festen in den gasförmigen Zustand. Im Gegensatz zu anderen Strahlmitteln verbleiben also keinerlei Rückstände oder Nässe.

Was beim Trockeneisstrahlen passiert

Beim Reinigen durch Trockeneisstrahlen werden die Trockeneisteilchen mit Luftdruck nahezu auf Schallgeschwindigkeit beschleunigt und die zu entfernende Schicht zunächst unterkühlt und versprödet. Anschließend dringt das Strahlgut in die entstandenen Risse ein. Das Trockeneis wird dabei sofort gasförmig und vergrößert dabei sein Volumen explosionsartig auf das bis zu 1000-fache - die zu entfernende Schicht wird also quasi vom Untergrund abgesprengt.

Trockeneis an sich ist mit einer Härte von 2–3 Mohs verhältnismäßig weich, Oberflächen werden also in den meisten Fällen nicht beschädigt. So lassen sich auch empfindliche Bauteile, wie zum Beispiel Elektronik-Bauteile und Platinen, medizinische Geräte, chemische Anlagen und vieles mehr gefahrlos tiefenreinigen.

Da auch kleinste, verwinkelste Stellen ohne Demontage bearbeiten werden können, wird Trockeneisstrahlen auch zum Beseitigen von Unterbodenschutz oder hartnäckigen Ablagerungen bei älteren KFZ (Restauration von Autos, Yachten etc.), zum Reinigen von Motoren sowie zur Beseitigung von Farben, Gummi, Öl, Fett, Silikon, Wachs, Trenn- und Bindemitteln, Klebstoffen auf Maschinenteilen, Baugruppen bis hin zur Entfernung von Kaugummis und anderen hartnäckigen Verschmutzungen auf Gehwegen etc. genutzt.

In Baubereichen wird Trockeneisstrahlen bei der Instandsetzung und Restauration innen und außen zur schonenden Entfernung von Anstrichen oder Verschmutzungen auf Mauerwerk, Beton und anderen Baustoffen wie z.B. Fassadenbeschichtungen (Graffiti, Rückstände von Haftwurzeln, Abgasrückstände etc.) erfolgreich angewendet.

Abrasives Trockeneisstrahlen

Da Trockeneis als Strahlmittel relativ weich ist, werden beim abrasiven Trockeneistrahlen härtere Strahlmittel wie Korund, Glasperlen, Kunststoffgranulat, Nussschalen dem Trockeneisgranulat beigemischt. Mit gemischtem Strahlgut lassen sich sehr harte Verunreinigungen wie z.B. Rost und Patina, harte Lackschichten und Beschichtungen komplett entfernen.

Bei diesem Verfahren werden ähnliche - aber eben erheblich feinere Ergebnisse - als beim herkömmlichen Abrasivstrahlen wie z.B. Sandstrahlen oder Schlackestrahlen erreicht. Für abrasives Trockeneisstrahlen sind spezielle Geräte notwendig.

Arbeitssicherheit

Trockeneis kann schon bei einfacher Berührung mit der Haut in Sekundenbruchteilen verbrennungsähnliche Erfrierungen hervorrufen, insofern ist stets und unbedingt auf das Tragen absolut geschlossener Schutzkleidung mit Handschuhen und Schutzbrille und ggf. auch einer Schutzmaske zu achten!

Das schmelzende (sublimierende) Trockeneis geht in eine vielfache Menge an Co2 / Kohlensäuregas über. Das Gas ist schwerer als Luft - bei entsprechender Menge kann Erstickungsgefahr entstehen.

Beim Einsatz von Trockeneis und ganz besonders beim Trockeneis-Strahlen muss also insbesondere in tieferliegenden Räumen an eine entsprechende Entlüftung gedacht werden. Eine sehr einfache Lösung zum Test ist z.B. das bodennahe Aufstellen einer Kerze, die bei zu geringem Sauerstoffanteil erlischt.


Einsatz und Nutzung

  • Reinigung von Motoren, KFZ- und Maschinenteilen.
  • Schonende Kaugummi- und Graffiti-Entfernung.
  • Reinigung von Mauerwerk, Holz, Kunststoff, Metall.
  • Reinigung von Räumen, Möbeln, Teppichen und anderen Wohntextilien.
  • Textilreinigung, Textilveredelung und Reinigung von Polstern.
  • Reinigung von Lebensmittelmaschinen, in Laboren und diversen betrieblichen Bereichen.
  • Entfernung von Anstrichen von verschiedensten Untergründen.
  • Oberflächenbearbeitung von Kunststoff, Holz, Keramik, Stein und Metall.

 

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